Was erwartet mich beim Kaiserschnitt? Ablauf, Schmerzen und Erholung

Ein Kaiserschnitt steht bevor und vielleicht gehen dir gerade ganz unterschiedliche Gedanken durch den Kopf:

Wie läuft der Kaiserschnitt eigentlich ab? Werde ich Schmerzen haben? Was werde ich während der Operation spüren? Wann sehe ich mein Baby? Und wie geht es mir danach?

Vielleicht hast du dich bewusst für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden. Vielleicht ist er aus medizinischen Gründen notwendig. Oder vielleicht hattest du dir ursprünglich eine andere Geburt gewünscht und musst dich nun erst einmal mit dem Gedanken an einen Kaiserschnitt vertraut machen.

Ganz egal, wie dein Weg hierher aussieht: Du darfst und kannst dich auf deine Kaiserschnittgeburt vorbereiten.

Denn ein Kaiserschnitt ist zwar ein operativer Eingriff, aber gleichzeitig ist es die Geburt deines Kindes. Und je besser du weißt, was dich erwartet, desto leichter kann es sein, Unsicherheiten einzuordnen und dich auf deine ganz persönliche Geburt einzulassen.

Ich bin selbst zweifache Kaiserschnittmama und weiß deshalb nicht nur aus meiner fachlichen Perspektive, sondern auch aus eigener Erfahrung, wie viele Fragen vor einem Kaiserschnitt entstehen können.

Ich selbst wusste vor meinem ersten Kaiserschnitt, der sich im Geburtsverlauf ergab, nicht, wie ein Kaiserschnitt abläuft, was mich in den ersten Stunden und Tagen nach dem Kaiserschnitt erwartet und wie ich meine Heilung unterstützen kann.

In diesem Artikel nehme ich dich deshalb mit durch den Ablauf eines geplanten Kaiserschnitts und beantworte die Fragen, die viele Frauen vor dieser Geburt beschäftigen.

Ein Kaiserschnitt ist auch eine Geburt

Wenn von einem Kaiserschnitt gesprochen wird, steht häufig der medizinische Eingriff im Vordergrund: Operation, Narkose, Schnitt und Wundheilung.

Dabei gerät leicht in den Hintergrund, worum es eigentlich geht:

Du bringst dein Baby zur Welt.

Bei einem Kaiserschnitt wird das Baby durch einen operativen Eingriff aus der Gebärmutter geboren. Ein geplanter Kaiserschnitt findet in der Regel statt, bevor die Wehen von selbst begonnen haben. Ein Kaiserschnitt kann aber auch im Verlauf einer bereits begonnenen Geburt notwendig werden.

Auch bei einem Kaiserschnitt kannst du Fragen stellen, Wünsche äußern und deine Geburt, soweit es die medizinische Situation und die Abläufe deiner Klinik erlauben, mitgestalten.

Besprochen werden können beispielsweise die Hebamme und Begleitperson, der erste Hautkontakt oder andere persönliche Wünsche rund um die Geburt.

Eine Kaiserschnittgeburt braucht nicht weniger Vorbereitung. Sie braucht eine andere Vorbereitung.

Wie läuft ein geplanter Kaiserschnitt ab?

Der genaue Ablauf unterscheidet sich etwas von Klinik zu Klinik und hängt auch von deiner individuellen Situation ab. Grundsätzlich kannst du dir einen geplanten Kaiserschnitt aber ungefähr so vorstellen:

Die Vorbereitung

Vor der Operation finden verschiedene Gespräche und Untersuchungen statt. Du erhältst Informationen über den Eingriff sowie die Anästhesie und wirst auf die Operation vorbereitet.

Mein Tipp: Nutze diese Gespräche und frag nach, wenn dir etwas unklar ist. Gerade bei einer geplanten Geburt hast du die Möglichkeit, dich bereits im Vorfeld mit dem Ablauf vertraut zu machen.

Die Anästhesie

Bei einem geplanten Kaiserschnitt wird meistens eine Regionalanästhesie eingesetzt, insbesondere eine Spinalanästhesie. Du bist dabei wach und kannst die Geburt deines Babys bewusst miterleben.

Eine häufige Sorge ist:

„Werde ich während des Kaiserschnitts etwas spüren?“

Du solltest bei einer ausreichend wirksamen Anästhesie keine Schmerzen durch den Eingriff haben. Trotzdem können Druck, Ziehen, Schieben oder Ruckeln wahrnehmbar sein.

Das ist ein wichtiger Unterschied:

Etwas zu spüren bedeutet nicht automatisch, dass du Schmerzen hast.

Die Geburt deines Babys

Nach der Vorbereitung beginnt der eigentliche Eingriff. Von der Hauteröffnung bis zur Geburt des Babys vergehen normalerweise nur wenige Minuten.

Und dann ist dein Baby da.

Anschließend wird die Operation fortgeführt und die verschiedenen Gewebeschichten werden wieder verschlossen.

Je nach medizinischer Situation und den Abläufen deiner Klinik kann dein Baby nach der Geburt direkt bei dir sein und erster Hautkontakt ermöglicht werden. Deine Wünsche kannst du bereits vorher mit dem Behandlungsteam besprechen.

Was passiert nach der Geburt?

Während dein Baby versorgt und ihr beide weiter überwacht werdet, wird die Operation beendet.

Vielleicht überrascht dich dabei, dass die Geburt deines Babys nicht automatisch das Ende des Kaiserschnitts bedeutet. Das Zunähen und der Abschluss der Operation dauern noch eine Weile.

Je nach Klinik und Situation kann dein Baby in dieser Zeit bereits bei dir sein oder mit deiner Begleitperson in den Kreißsaal gebracht werden. Das kannst du vorher erfragen.

In der Klinik, in der ich entbunden habe, fand das erste Bonding standardmäßig mit der Begleitperson nebenan im Kreißsaal statt. Das heißt ich konnte das Baby kurz willkommen heißen und berühren. Dann konnte der Papa mit unserem Baby schon in den warmen Kreißsaal vorgehen, während ich wieder zugenäht wurde. Das hat bei beiden Geburten ca. 30 Minuten gedauert. Für mich persönlich war das in Ordnung, auch wenn ich natürlich ungeduldig war und bei unserem Baby sein wollte.

Wie fühlt sich ein Kaiserschnitt an?

Die Vorstellung, während einer Operation wach zu sein, kann zunächst ungewohnt sein.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist eine besondere Situation.

Ich selbst war überrascht von der Kälte im Operationssaal, von der Anzahl der Menschen und davon, wie klar die verschiedenen Aufgaben verteilt sind. Während das Ärzteteam operiert, befinden sich das Narkoseteam, die Begleitperson und gegebenenfalls die Hebamme eher im Bereich deines Kopfes.

Auch das Ruckeln und Schieben beim Herausheben des Babys hatte ich mir vorher weniger stark vorgestellt.

Wenn du weißt, dass solche Empfindungen und Situationen möglich sind, können sie dich vielleicht etwas weniger unvorbereitet treffen.

Wie weh tut ein Kaiserschnitt?

Hier lohnt sich die Unterscheidung zwischen während der Operation und danach.

Während der Operation sollte eine wirksame Regionalanästhesie Schmerzen verhindern. Danach sieht es anders aus: Schmerzen nach einem Kaiserschnitt sind häufig. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 28 Studien schätzte die Häufigkeit akuter postoperativer Schmerzen auf etwa 58 Prozent, wobei sich die Ergebnisse der einzelnen Studien deutlich unterschieden.

Das bedeutet nicht, dass jede Frau starke Schmerzen haben wird. Wie intensiv Schmerzen empfunden werden und wie lange sie anhalten, ist individuell.

Was ich dir aber gerne mitgeben möchte:

Unterschätze die erste Zeit nach dem Kaiserschnitt nicht.

Ich selbst hatte erwartet, nach der Operation weniger eingeschränkt zu sein und weniger Schmerzen zu haben. Tatsächlich empfand ich die Schmerzen als recht stark.

Auch mein Kreislauf machte mir zu schaffen. Bei meinen beiden Kaiserschnitten konnte ich erst nach etwa 12 bis 24 Stunden aufstehen.

Das erste Aufstehen war für mich sehr zäh.

Man ist erstmal ein Wrack.

Und gleichzeitig ist genau das wichtig zu wissen: Dieser Zustand ist nicht dein neuer Normalzustand.

Du erholst dich Schritt für Schritt und schneller als du direkt nach der Geburt denkst.

Die ersten Tage: Warum kleine Fortschritte so wichtig sind

Nach einem Kaiserschnitt wird, sofern dein Zustand es zulässt, eine frühe Mobilisation angestrebt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Erholung. Wie schnell du dich bewegen kannst, hängt jedoch von deinem individuellen Verlauf und den Empfehlungen deines Behandlungsteams ab.

Für mich hat es einen großen Unterschied gemacht, die kleinen Fortschritte wahrzunehmen.

  • Das erste Aufstehen.
  • Der Blasenkatheter kommt weg.
  • Irgendwann brauchst du die Thrombosespritzen nicht mehr.
  • Die Thrombosestrümpfe können weg.
  • Das Pflaster am Bauch wird entfernt.

Und plötzlich merkst du:

Ich komme Stück für Stück wieder zu mir zurück.

Du musst nach einem Kaiserschnitt nicht sofort wieder funktionieren. Dein Körper hat gerade eine große Operation hinter sich und braucht Zeit für die Heilung.

Auch ganz alltägliche Dinge wie Aufstehen, Husten, Lachen oder das Stillen können zunächst anders sein als erwartet.

Welche Bewegungsstrategien dir dabei helfen können, wie du deinen Alltag sinnvoll vorbereitest und was du deinem Körper in dieser ersten Zeit Gutes tun kannst, ist ein eigenes Thema und genau hier beginnt für mich eine gute Kaiserschnittvorbereitung.

Kann ich mich auf einen Kaiserschnitt vorbereiten?

Ja.

Du kannst den Ablauf kennenlernen, Fragen für deine Klinik sammeln, dir deine persönlichen Wünsche überlegen und dich auf die ersten Tage nach der Geburt vorbereiten.

Du kannst dir außerdem vorab bereits Gedanken machen, welche Unterstützung du nach der Geburt brauchst und wer dich unterstützen kann. Denn gerade in den ersten Tagen kann es hilfreich sein, Aufgaben abzugeben und dir Unterstützung zu erlauben. Ich empfehle dir ebenfalls, dir frühzeitig Gedanken über Unterstützung nach der Entlassung Zuhause zu machen.

Aber Vorbereitung bedeutet nicht, dass du den Ablauf des Kaiserschnitts kontrollieren kannst.

Vorbereitung bedeutet, zu wissen, was dich erwartet – und zu wissen, was du selbst tun kannst. Genau deshalb habe ich Kaiserschnitt Ready entwickelt: eine gezielte Vorbereitung auf die Kaiserschnittgeburt mit fundiertem Wissen, praktischen Übungen und Strategien, die dich dabei unterstützen sollen, dich sicherer und gut vorbereitet auf deine Geburt einzulassen.

Mein Fazit

Ein Kaiserschnitt kann sich am Anfang körperlich intensiv und ungewohnt anfühlen.

Vielleicht wirst du überrascht sein, wie eingeschränkt du dich zunächst fühlst. Vielleicht wirst du die Schmerzen stärker empfinden, als du erwartet hast. Vielleicht wird dich aber auch überraschen, wie schnell du Schritt für Schritt wieder mehr kannst.

Du musst nicht vorher wissen, wie alles sein wird.

Aber du darfst Fragen stellen.
Du darfst dich informieren.
Du darfst dir Unterstützung holen.
Und du darfst dich auf deine Geburt vorbereiten.

Denn auch eine Kaiserschnittgeburt ist eine Geburt.

Und je besser du weißt, was auf dich zukommt, desto mehr kannst du dich darauf einlassen.

Quellen & weiterführende Informationen

Die medizinischen Informationen in diesem Artikel basieren unter anderem auf folgenden Fachquellen:

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Du möchtest dich gezielt auf deinen Kaiserschnitt vorbereiten?

Zu wissen, wie ein Kaiserschnitt abläuft, kann viel Unsicherheit nehmen. Aber echte Vorbereitung bedeutet noch mehr: zu wissen, was auf dich zukommt, deine Fragen zu kennen, dich mit deinen Wünschen auseinanderzusetzen und dich auch auf die erste Zeit nach der Geburt vorzubereiten.

Genau dabei unterstützt dich Kaiserschnitt Ready.

Kaiserschnitt Ready ist mein Onlinekurs für Frauen, die ihre Kaiserschnittgeburt informiert, körperlich und mental vorbereitet erleben möchten.

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Hey, ich bin Viktoria

Zweifache Kaiserschnittmama, Prä- und Postnataltrainerin und deine Expertin rund um den Kaiserschnitt.

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